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Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

23.11.2016

Zum Thema Schönheitsreparaturen

 

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

Eine Regelung zur Übernahme der Schönheitsreparaturen durch den Mieter im Mietvertrag, die für sich genommen wirksam ist, kann durch Zusatzvereinbarungen, nach denen etwa Fußböden nicht beklebt werden dürfen und Türen und Decken nur weiß gestrichen werden dürfen, wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters unwirksam sein. Dies insbesondere dann, wenn keine Differenzierung zwischen Beginn, fortlaufender Dauer und Beendigung des Mietverhältnisses vorgenommen wird bzw. kein Hinweis auf andere neutrale Farben erfolgt.

Amtsgericht Alfeld (Leine)    Urteil vom 28.08.2014     4 C 153/14

  

Der Schadensersatzanspruch des Vermieters wegen unsachgemäß vorgenommener Schönheitsreparaturen durch den Mieter setzt das Vorliegen eines Schadens voraus. Daran fehlt es in der Regel, wenn der Mieter mietvertraglich nicht zur Renovierung verpflichtet war.

Amtsgericht Hannover           Urteil vom 18.05.2016     502 C 580/16

 

 

23.11.2016

Zum Thema Mängel  

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

 

Gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB ist der Vermieter dazu verpflichtet, die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Diese Erhaltungspflicht umfasst das Recht des Mieters auf ungestörten Mietgebrauch und die Pflicht des Vermieters, den Mietgebrauch von Störungen Dritter freizuhalten.  Die Quelle der Störungen, etwa Mitmieter oder Dritte, spielt dabei keine Rolle.

Amtsgericht Hannover          Urteil vom 13.02.2015       423 C 12671/12

 

Mängel an der Durchführung des Hausmeisterdienstes berechtigen gegebenenfalls zur Minderung der Miete, können aber nicht den Anspruch der Gegenseite aus der Betriebskostenabrechnung zu Fall bringen.

Amtsgericht Hannover          Urteil vom 16.07.2014       424 C 3081/14

 

Maßstab der Erhaltungspflicht gemäß § 535 Abs. 1 S.2 ist der dem Mieter nach dem Vertrag geschuldete  vertragsgemäße Gebrauch.  Für den geschuldeten Standard ist bei der Frage der

bauseitigen Ursache von Schimmelbildungen nicht entscheidend, ob die zum Zeitpunkt der Errichtung des Mietobjektes oder des Vertragsschlusses gültigen baurechtlichen Normen eingehalten wurden. Vielmehr kann der Mieter auch in Altbauwohnungen verlangen, dass die Wohnung schimmelfrei ist, selbst wenn die Wohnung entsprechend dem damaligen Baustandard errichtet wurde und zum Errichtungszeitpunkt die Ursachen der Entstehung von Schimmelbefall noch nicht hinreichend  bekannt waren.

Amtsgericht Hannover          Urteil vom 08.08.2016       530 C 351/15

 

 

23.11.2016

Zum Thema Mieterhöhung

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

Die Zustimmung zu einer Mieterhöhung gemäß § 558 b BGB kann der Mieter ausdrücklich, aber auch schlüssig erteilen. Eine schlüssige Zustimmung  kann in der vorbehaltlosen Zahlung des erhöhten Mietzinses für zwei aufeinander folgende Monate liegen. Die konkludente Willenserklärung setzt in diesem Falle voraus, dass der Vermieter aus dem konkreten Verhalten des Mieters nur den einen vernünftigen Schluss ziehen kann, der Mieter wolle durch seine Zahlungen die verlangte Zustimmungserklärung abgeben.

Beschluss des Amtsgerichts Osnabrück vom 17.03.2015    42 C 734/15 (2) 

 

Bei Inklusivmieten darf der Vermieter zu den Werten eines Nettomietspiegels einen Zuschlag in Höhe der tatsächlich auf die Wohnung entfallenden Betriebskosten, soweit sie den Rahmen des Üblichen nicht überschreiten, hinzurechnen. Maßgeblich sind die Betriebskosten zum Zeitpunkt der Abgabe des Mieterhöhungsverlangens  und nicht die zum Zeitpunkt der letzten Mieterhöhung. Es kommt auch auf die tatsächlich für die Wohnung angefallenen Betriebskosten an und nicht auf Durchschnittswerte.

Amtsgericht Hannover         Urteil vom 14.01.2015             533 C 12838/14

 

Einem einfachen Mietspiegel kommt eine Indizwirkung für die Ortsüblichkeit der Miethöhe zu. Ob der Vermieter diese Indizwirkung entkräften kann, hängt davon ab, welche Einwendungen er gegen den Erkenntniswert der Angaben des Mietspiegels erhebt. Trägt der Vermieter keine Angaben vor, die Zweifel an der Richtigkeit oder am repräsentativen Charakter des Datenmaterials begründen können, so reicht der bloße Antrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens für sich genommen nicht aus, um die Indizwirkung zu widerlegen.

Landgericht Hannover    Hinweisbeschluss vom 13.03.2015   8 S 89/14   555 C 4846/14 AG Hannover       

               

 

 

23.11.2016

Zum Thema Betriebskosten

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

 

Nach §§ 556 Abs. 3, Satz 5,6, 259 Abs. 1, 242 BGB besteht ein Anspruch des Mieters gegen den Vermieter, zur Prüfung der jährlichen Betriebskostenabrechnung Einblick in die maßgeblichen Belege zu nehmen, wobei sich die Art der Verpflichtung des Vermieters nach Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitten bemisst. Unter Berücksichtigung der Verkehrssitte  ist  anerkannt, dass der Vermieter verpflichtet ist, dem Mieter sämtliche relevanten Rechnungen und sonstige Belege im Original zu präsentieren und der Mieter berechtigt ist, sich schriftliche  Notizen zu machen.

Ebenso entspricht es allgemeiner Auffassung in der Rechtsprechung, dass der Mieter einer nicht preisgebundenen Wohnung grundsätzlich nicht vom Vermieter verlangen kann, dass dieser ihm Belegkopien zusendet, weil er die Belege beim Vermieter oder Wohnungsverwalter einsehen kann.     

Amtsgericht Winsen (Luhe)              Urteil vom 19.05.2015             20 C 1245/14

 

Nach allgemeinem Verständnis und vor dem Hintergrund  der substantiellen Neufassung der Müllbeseitigungskosten  in § 2 Nr.8 II.BV sind lediglich die Kosten umlagefähig, die die eigentliche Müllabfuhr betreffen, nicht jedoch sämtliche Kosten, die mit der Müllbeseitigung einschließlich vorbereitender Maßnahmen zusammenhängen. Soweit die Parteien „sonstige Betriebskosten“ vereinbart haben, lassen sich nicht ohne weiteres sonstige, zuvor nicht benannte Kosten unter diesen Auffangtatbestand subsumieren. Auch bei dem Auffangtatbestand sind die Kosten, die hierunter gefasst werden und umgelegt werden sollen, besonders und im Einzelnen zu bezeichnen. Ansonsten fehlt es an der notwendigen Bestimmtheit der Vereinbarung, denn der Mieter kann nicht erkennen, welche zusätzlichen Kosten auf ihn zukommen können. 

Landgericht Lüneburg                     Urteil vom 17. September 2014           6 S 92/13       

 

Wenn neue Betriebskosten entstehen, die bei Vertragsschluss noch nicht vorlagen, können diese grundsätzlich durch nachträgliche Vereinbarung umgelegt werden. Eine solche vertragliche Vereinbarung, also durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen, ist zwar auch stillschweigend möglich. Erforderlich ist dafür jedoch, dass ein Rechtsbindungswille erkennbar ist. Das bloße jahrelang vorbehaltlose Ausgleichen eines Saldos reicht für die Annahme eines solchen Rechtsbindungswillen allerdings nicht aus.

Amtsgericht Bremerhaven                Urteil vom 10.05.2016          51 C 1524/15

 

 

23.11.2016

Zum Thema Mieterhöhung

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

Ein Mieterhöhungsbegehren für eine Wohnung , die mit Nachtspeicheröfen ausgestattet ist, kann nicht auf den qualifizierten Mietspiegel der Stadt Hannover gestützt werden. Bei Nachtspeicheröfen im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um eine Etagenheizung, die einer Sammelheizung gleichzustellen ist. Die Zuhilfenahme anderer Definitionen für den Begriff der Etagenheizung, etwa wie im Hamburger Mietspiegel, ist grundsätzlich nicht denkbar. Überdies kann der Hamburger Mietspiegel nicht für Hannover herangezogen werden. Für die Stadt Hamburg gilt ein anderer Bewertungsmaßstab als für die Stadt Hannover.

Landgericht Hannover             Urteil vom 22.09.2016         8 S 13/16   555 C 6799/15 Amtsgericht

 

 

23.11.2016

Zum Thema Betriebskosten

 

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

 

Gemäß § 556 Abs. 2 BGB können die Parteien eines Wohnraummietverhältnisses vorbehaltlich anderer Vorschriften, etwa der HeizkostenVO, vereinbaren, dass Betriebskosten entweder als Pauschale oder aber als Vorauszahlung ausgewiesen werden. Durch eine Pauschale werden die in der Vereinbarung aufgeführten Betriebskosten abgegolten. Ein Anspruch auf Nachzahlung weiterer Betriebskosten , wenn die vereinbarte Pauschale sich als nicht kostendeckend erweist, steht dem Vermieter insoweit nicht zu. Allenfalls kann für die Zukunft nach Maßgabe des § 560 BGB die Erhöhung der Betriebskostenpauschale geltend gemacht werden.

Amtsgericht Hannover           Urteil vom 17.11.2014           520 C 3020/14

 

 

 

23.11.2016

Zum Thema Allgemeine Vertragsangelegenheiten

 

Rechtsprechung aus dem Verbandsgebiet

 

Soweit die Hausordnung regelt, dass Hauseingänge und Flure u.a. von Kinderwagen frei zu halten seien, damit sie ihren Zweck als Fluchtweg erfüllen, kann hieraus kein von den konkreten Umständen  unabhängiges generelles Verbot abgeleitet werden. Denn ein solches würde die Mieter in ihrem Mietgebrauch unverhältnismäßig einschränken, so dass die entsprechende Klausel – die Hausordnung stellt insofern vom Vermieter gestellte AGB dar – unwirksam wäre.

Ein wirksames Verbot könnte nur dann angenommen werden, wenn die Fluchtwege durch den Kinderwagen tatsächlich beeinträchtigt würden oder eine alternative Abstellmöglichkeit gegeben wäre, auf die die Beklagten zu verweisen wären.  

Landgericht Lüneburg            Urteil vom 21.10.2015          6 S 71/15      50 C 457/14  AG Lüneburg